(Spiel-)Theoretisch: Kuhnpoker

Freitag, 31. Juli 2009
Aus spieltheoretischen Versuchen entstand die nach seinem Entwickler Harold W. Kuhn benannte Pokervariante "Kuhnpoker". Diese Variante wurde für zwei Spieler entworfen und wird mit lediglich drei Karten gespielt.

Wie bei anderen Pokerarten auch beginnt das Spiel damit, dass die Gamer einen Ante setzen. Nun erhalten die Spieler ihre erste Karte und haben wiederum die Möglichkeit, einen Ante zu setzen bzw. zu passen. Wenn beide Spieler dieselbe Option wählen, kommt es bereits jetzt zum Showdown, d.h. der Spieler mit der höchsten Karte erhält den Pot. Hat ein Spieler gepasst, der andere aber gesetzt, so gewinnt automatisch der Letztere.

Mit der Entwicklung des Kuhnpokers wurde gezeigt, dass der erste Spieler in jedem Fall verlieren wird, wenn das Spiel n-mal wiederholt wird und Spieler 2 keine Fehler macht. Gewinnen kann Spieler 1 nur dann, wenn sein Gegner von der optimalen Strategie abweicht. Das Dilemma des ersten Spielers besteht aus einem Informationsdefizit. Spieler 2 kann dagegen regelmäßig abwarten, weil er danach an der Reihe ist.

Aufgrund des eher "künstlich" erzeugten Spiels wird der Kuhnpoker in keinem Casino gespielt; viele Pokerprofis berücksichtigen aber Erkenntnisse aus der Spieltheorie für ihre Strategien.

Gaming, aber flott: Speedpoker

Sonntag, 26. Juli 2009
Beim Poker wird häufig viel überlegt, gezögert, hingehalten und wieder überlegt. Um den Verzögerungstaktiken ein Ende zu bereiten, wird bei manchen Pokerturnieren "Speedpoker" gespielt. Grundsätzlich lassen sich die Regeln des schnellen Pokers auf alle Varianten anwenden, durchgesetzt hat es sich bislang nur bei Texas Hold'em. Allerdings handelt es sich auch noch um eine relativ junge Entwicklung, die sich möglicherweise auf andere Spielversionen überträgt.

Zu den Grundregeln des Speedpoker gehört, dass jeder Spieler für seinen Spielzug nur 15 Sekunden Zeit hat. Ist diese Zeit abgelaufen, ohne dass der Spieler seine Hand gespielt hat, wird die Hand gepasst oder geschoben. Manche Turniere gewähren den Gamern eine einmalige Extrazeit von 30 Sekunden, die beliebig eingesetzt werden darf. Sie wird mit dem sogenannten "Time Breaker Button" vom Spieler angekündigt.

Wenn der Flush nichts zählt: Razz Poker

Sonntag, 26. Juli 2009
Grundsätzlich gewinnt beim Poker derjenige Spieler mit der besten Hand. Diese Grundlege wird beim Razz Poker ins Gegenteil gekehrt - hier gewinnt der Gamer mit der niedrigsten Hand. Das Ass hat dabei den niedrigsten Wert; Straights und Flushs zählen nicht.

Nachdem alle Spieler gesetzt haben, beginnt Razz Poker damit, dass jeder zwei verdeckte sowie eine offene Karte erhält. Nun darf derjenige Gamer zuerst das sogenannte Bring-In setzen, der die höchste offene Karte besitzt (im Zweifelsfall entscheidet darüber die Farbe in der Reihenfolge Pik-Herz-Karo-Kreuz).

Ist die erste Setzrunde beendet, erhalten die Spieler eine weitere offene Karte, sodass sie insgesamt vier Karten besitzen ("Forth Street"). Dieser Ablauf wiederholft sich bis zur fünften Setzrunde, bevor es zum Showdown kommt.

Wie bereits erwähnt, gewinnt derjenige mit der niedrigsten Kartenkombination den Pot, wobei das Ass die niedrigste Karte darstellt.

Verrückte Ananas: Crazy Pineapple Poker

Sonntag, 12. Juli 2009
Crazy Pineapple (zu deutsch: "Verrückte Ananas") ist eine Variante von Poker Hold'em. Im Gegensatz zum "normalen" Hold'em müssen die Spieler jedoch nach dem Flop eine Karte aussortieren und haben insgesamt drei Pocket Cards.

Pocket Cards werden die aufgedeckten Karten genannt, von denen jeder Spieler drei Karten erhält. Im Rahmen der ersten Wettrunde wird der Flop bestehend aus drei Community Cards offen auf den Tisch gelegt. Bei der zweiten Wettrunde sind alle Gamer verpflichtet, eine Pocket Card auszusortieren, während der Dealer eine weitere Karte neben den Flop legt. In der folgenden Wettrunde wird mit dem sogenannten "River" die letzte Karte offen gelegt. Zwischen den im Spiel verbliebenden Pokerspielern kommt es nun zum Showdown.

In der Endrunde beim Crazy Pineapple sind folgende Karten relevant: Entwedet alle fünf Karten, die verbliebenen zwei Pocket Cards plus drei Community Cards oder eine Pocket Karte und vier Gemeinschaftskarten.

Asiatisch anders: Pai Gow Poker

Freitag, 3. Juli 2009
Eine vollkommen andere Pokerkategorie neben Hold'em, Stud Poker und Draw Poker ist Pai Gow Poker (auch: Asian Poker). Diese Variante gibt es erst seit Ende der 1980er-Jahre und ist eine Variation des klassischen Pai Gow.

Beim Asian Poker können bis zu sieben Spieler teilnehmen, von denen einer die Bank ist. Alle anderen Spieler wetten gegen die Bank. Bereits am Anfang bekommen die Gamer vom Croupier sieben verdeckte Karten ausgeteilt. Die Spieler teilen ihre Hand nun in eine sogenannte "High hand" oder "Back hand", die aus fünf Karten besteht. Die restlichen zwei Karten bilden die "Low bzw. front hand".

Die Wertigkeit der Karten entspricht (im Großen und Ganzen) den anderen Kombinationen, wobei es einige Ausnahmen und Sonderregeleungen gibt, die man beachten muss.

Nach der Aufteilung der Karten werden diese aufgedeckt. Um gegen den Bankhalter zu gewinnen, muss die High Hand und die Low Hand des Spielers höherwertig sein. Ein Unentschieden tritt dann ein, wenn sowohl die Bank als auch der Pokerspieler jeweils eine Hand gewonnen hat.

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